Geschichte der Feuerwehr Lans

Als 1831 die erste freiwillige Betriebsfeuerwehr in der kaiserlich-königlichen Tabakfabrik in Schwaz gegründet wurde, wurde in Lans mit Sicherheit noch nicht über den Sinn einer organisierten Freiwilligen Feuerwehr diskutiert. Auch als 1857 Franz Thurner in der Stadtgemeinde Innsbruck die erste Freiwillige Feuerwehr auf heutigem österreichischen Boden gründete, blieben die Befürworter in der Minderheit. In den 1870er Jahren breitete sich die Idee der Freiwilligen Feuerwehren auf weitere Gemeinden Tirols aus.
In Lans und den umliegenden Gemeinden wurde hinsichtlich Gründung einer Ortsfeuerwehr weiterhin keine Anstrengungen unternommen. Ende des 18. Jahrhunderts wurde von der damaligen Grafschaft Tirol Verordnungen zur Vorbeugung und Bekämpfung von Schadensfeuern erlassen und laufend aktualisiert. So wurden die Gemeinden primär als zuständig ernannt, für geeignete Hilfsmittel zu sorgen. Dies und mehrere Großbrände in unmittelbarer Umgebung zu Lans waren wohl der Anlass, die Einstellung zu ändern. 

01GappJohannBereits nach dem Großbrand 1883 in Igls versuchten sich einige Männer mit der Gründung einer Feuerwehr in Lans.  Sie scheiterten jedoch am Widerstand einiger Mitbürger und vor allem an jenem des Pfarrers, da dieser an jedem neuen Verein eine politische Unterwanderung witterte. Eine Befürchtung, die nicht von weit her kam, da die meisten städtischen Feuerwehren ja tatsächlich aus den deutschnationalen Turnerschaften hervor gingen.
Erst nach dem Großbrand 1893 in der nördlichen Nachbargemeinde Aldrans, bei dem 23 Wohnhäuser und die Pfarrkirche anbrannten, ließ der Widerstand nach und so kam es am 14. November 1894 zur Gründungsversammlung unter der Führung des "Siegweinbauern" Johann Gapp beim Isserwirt.
Zu den 42 Gründungsmitgliedern zählten neben Gutsbesitzern, Bauern und Handwerkern auch zahlreiche Knechte und Landarbeiter.

In den ersten Jahren wurde vor allem auf das Ausrüsten der Mannschaft mit geeigneten Mitteln zur Bekämpfung von Bränden aber auch das Verfestigen der Strukturen Wert gelegt. 1895 wurde die erste Handspritze vom Verband zugeteilt. Weil man jedoch mit dieser nicht zufrieden war, wurde sie kurze Zeit später ins Zillertal verkauft. Mit dem Erlös, Unterstützung der Gemeinde aber vor allem aus Eigenmitteln, die durch diverse Veranstaltungen eingenommen wurden, wurde eine neue Spritze der Firma Grassmayer aus Innsbruck angeschafft.

Am 15. Februar 1902 kam es zum verheerendsten Brandausbruch der neueren Lanser Geschichte.   
Um 3 Uhr Nachts brach beim "Tusch" Feuer aus. Trotz des sofortigen Einsatzes der Feuerwehren von Lans und den unmittelbaren Nachbargemeinden wurden 7 Häuser in nur drei Stunden ein Raub der Flammen und bis zu den Grundmauern zerstört. Die Pfarrkirch St. Lambert konnte mit Müh und Not von den Flammen gerettet werden. Vor allem der Föhn und Wassermangel waren Schuld an der verheerenden Auswirkung des Brandes. Eine der wohl wichtigsten Folgen dieser Katastrophe war der Bau der Hochdruckwasserleitung in Lans.

Fahnepatin Grete1908 wurde der Feuerwehr Lans vom Villenbesitzer Rudolf Gatt, Kaufmann aus Lans, die Feuerwehrfahne spendiert. Die Patenschaft übernahm seine Tochter Gretl. Zur 100-Jahrfeier 1994 wurde die Fahne restauriert und neu geweiht. Die Patenschaft übernahm die leider viel zu früh verstorbene Angelika Prohaska.

Die beiden Weltkriege überstand die Feuerwehr Lans nur mühsam, aber stets einsatzbereit. Im zweiten Weltkrieg wurde die FF Lans wie alle anderen Feuerwehren aufgelöst und als Hilfspolizei vom NS-Regime neu aufgestellt. Dass diese Neuaufstellung  nicht sehr einfach war, zeigt ein Eintrag in einer Akte der Bezirkshauptmannschaft Innsbruck von 1936, in dem vermerkt ist, dass etwa die Hälfte der Feuerwehrmitglieder in Lans nicht "vaterländisch" eingestellt seien.   In der Schreckenszeit wurde der Feuerwehr Lans die erste Motorspritze zugeteilt. Nach dem Einmarsch der Alliierten kam die FF Lans zu einer zweiten Motorspritze aus französischen Reihen. Beide Modelle sind noch heute im Besitz der  Feuerwehr Lans.

Am 15.3.1947 kam es zum tragischsten Einsatz in der Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Lans. Um 6:05 Uhr heulten die Sirenen und die Feuerwehr Lans rückte zu einem Kaminbrand beim "Kössler" aus. Bei den Löschversuchen durch die Hausbewohner zerriss der Kamin und das Feuer breitete sich auf eine anliegende Kammer über, in der verbotenerweise Munitionsteile gelagert wurde.  In der Chronik der FF Lans ist zu lesen: "Nur dem Umstand, dass Hauptmann Franz Stolz eine Änderung der bereits ausgelegten Schlauchleitung anordnete, war es zu verdanken, dass nach der Explosion von gelagerter Munitionsteilen nicht mehr Opfer zu beklagen waren". Trotzdem verloren zwei Feuerwehrmänner,  die beiden Landarbeiter Franz Thum und Michael Hutter durch herabstürzende Mauerteile ihr Leben.

 
MureimDorf1965Der Sommer 1965 wurde für viele Gemeinden zum Katastrophensommer, so auch für Lans. Nach einem überaus schneereichen Winter und somit sehr starker Schneeschmelze sowie wolkenbruchartigen Regenfällen kam es im Juni zu mehreren Murbrüchen vom Hochwald bis herunter ins Unterdorf. Nur durch den unermüdlichen Einsatz der Feuerwehr Lans über mehrere Tage konnte schwererer Schaden im Dorf verhindert werden.  In den Folgejahren wurde der sogenannte Lanser Graben verbaut und schützt seither die Gemeinde vor ähnlichen Katastrophen
. 

Bis 1973 war die Mobilisierung der FF Lans rein auf Traktoren oder früher Fuhrwerke von Mitgliedern für den Transport von Einsatzgerätschaften angewiesen. Diese wurden jedes Jahr bei der Vollversammlung bestimmt und wurden für die Fahrten entschädigt. Nun erhielt man das erste Fahrzeug - einen Land Rover. Die Patenschaft übernahm die Frau des Schwedischen Konsulaten und ortsansässigen Architekten Frau Hildegart Mayr. 10 Jahre später wurde unter Patenschaft von Inge Partl, Ehegattin des damaligen Landeshauptmannes von Tirol, Dr. Alois Partl, das zweite Fahrzeug - ein VW LT - als KLF eingeweiht. Beide Fahrzeuge waren bis 2008 bzw. 2013 im Dienst. 1998 erhielt die Feuerwehr Lans mit dem TLFA 2000 ihr drittes Fahrzeug, die Patenschaft übernahm die Frau des damaligen Bürgermeisters Dagmar Riedmann. 2008 wurde ein neues KLFA für das 35 Jahre alte BLF angeschafft. Die Patinnen sind Lisi Niedrist und Karoline Schapfl. 2013 wurde schlussendlich auch der VW LT in die Feuerwehrpension geschickt und dafür ein modernes LAST-Fahrzeug, ein Iverco Dally, angeschafft. Damit verfügt die Feuerwehr Lans heute über den modernsten Fuhrpark im Abschnitt Lans.


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